Netiquette in Mailinglisten

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Mailinglisten sind neben News-Gruppen sehr beliebte Kommunikationsplattformen. Im Gegensatz zu News-Gruppen werden Beiträge in Mailinglisten nur an teilnehmende Personen distributiert, so dass man von einer Kommunikation in einer so genannten "Geschlossenen Benutzergruppe" (GBG) sprechen kann. Aufgrund der Verwandtschaft zu News-Gruppen ist auch die Netiquette in vielen Punkten ähnlich.

Netiquette in Mailinglisten

An- und Abmeldungen

  • Melden Sie sich richtig an und ab!
    Senden Sie SUBSCRIBE- und UNSUBSCRIBE-E-Mails immer nur an die angegebene Adresse. Manche Software ist zwar so "intelligent" entsprechende E-Mails aus dem normalen Mailinglisten-Verkehr herauszufiltern, aber eben nicht jede. Es liegt in Ihrer Verantwortung, zu lernen, wie eine Mailingliste funktioniert.
  • Heben Sie die Anmeldebestätigung auf!
    Heben Sie die Anmeldebestätigung der Mailingliste auf. Sie enthält Hinweise auf die Mailingliste und eine Liste aller verfügbaren Befehle (unter anderem auch Befehle zum Abmelden).
  • Melden Sie sich ab, wenn Sie eine längere Zeit nicht mitlesen!
    Melden Sie sich von Mailinglisten ab, wenn Sie für längere Zeit Ihre Mailbox nicht leeren können. Viele Mailinglisten haben für vorübergehende Stilllegungen die Option "NOMAIL" anstatt "UNSUBSCRIBE", konsultieren Sie für die genauen Befehle die Anmeldebestätigung.
  • Deaktivieren Sie bei Ihrer Mailbox Empfangsbestätigungen!
    Empfangsbestätigungen, Nichtzustellbarkeitsmeldungen und automatische E-Mail-Beantworter (z.B. für Urlaubsbenachrichtigung) sind derzeit weder komplett standardisiert noch komplett kompatibel gegenüber anderen Systemen im Internet-E-Mail-Verkehr. Entsprechend markierte Mails können deshalb in Mailinglisten unter Umständen hohen Mail-Verkehr auslösen, weil eine Mailingliste grundsätzlich alles weiterleitet, unter Umständen auch Ihre Urlaubsbenachrichtigung. Kurz: Nutzen Sie obige Funktionen nicht.

Erste Schritte

  • Lernen Sie zunächst die Mailingliste kennen!
    Lesen Sie zunächst ein, zwei Monate nur die Beiträge mit, bevor Sie selbst Beiträge verfassen. Auf diese Weise lernen Sie die Kultur, aktuelle Diskussionsthemen und die gebräuchliche Höflichkeitsform der Gruppe am besten kennen. Es kann auch nicht schaden, wenn Sie sich gleich nach dem Abonnieren der Mailingliste in einer Mail kurz vorstellen.
  • Nur die wenigsten schreiben, die meisten lesen!
    Bei allem, was Sie schreiben, sollten Sie immer berücksichtigen, dass eine Mailingliste unter Umständen sehr viel mehr Leser als Schreiber hat und Sie nicht unbedingt alle Leser kennen. Es kann durchaus passieren, dass derjenige, über den Sie in einer Mailingliste herziehen, womöglich selbst auch die Mailingliste abonniert hat und mitliest.
  • Systemadministrator verantwortet keine Beiträge Anderer!
    Tadeln Sie nicht den Systemadministrator für das Benehmen der Foren-Nutzer; dieser stellt in der Regel nur die Ressourcen bereit.
  • Jeder spricht für sich!
    Sie sollten immer davon ausgehen, dass Individuen für sich selbst sprechen und Ihre Aussagen nicht die Meinung ihrer Organisation entsprechen müssen, außer wenn dies explizit betont wird.
  • Freund und Feind lesen mit!
    Beachten Sie, dass Ihre Beiträge unter Umständen von einem großen Publikum gelesen werden können. Darunter kann auch ihr jetziger oder zukünftiger Arbeitgeber sein. Seien Sie vorsichtig mit dem, was Sie schreiben, denn in der Regel gibt es in einer Mailingliste erheblich mehr Leser als Schreiber.
  • Was Sie abschicken, ist abgeschickt!
    Generell ist es nicht möglich, abgesendete Beiträge aus einer Mailingliste zurückzuholen. Auch wenn aufgelaufene Beiträge noch nicht in der Liste veröffentlicht sind, kann der Systemadministrator einzelne Beiträge nur sehr schwer löschen. Seien Sie sich deshalb im klaren darüber, was Sie in eine Mailingliste verschicken.

Adressierung

  • Beim Antworten auf Antwortadresse achten!
    Seien Sie vorsichtig, wenn Sie einem Autoren auf einzelne Mailinglisten-Beiträge direkt per E-Mail antworten wollen: Manche Beiträge sind so adressiert, dass Antworten aller Art gleichzeitig an den Absender und an die Mailingliste gesendet werden! Sie würden dann eine eventuell persönliche Meinung an ein größeres Publikum senden und es möglicherweise in Verlegenheit bringen.
  • Entschuldigen, wenn ein Posting falsch adressiert wurde!
    Wenn Sie bemerken, dass eine E-Mail, die eigentlich an eine Person gerichtet war, aus Versehen in eine Mailingliste gegangen ist, so entschuldigen Sie sich beim eigentlichen Empfänger und in der Mailingliste.
  • Entschuldigen, wenn ein Posting aus Versehen in mehrere Mailinglisten gegangen ist!
    Wenn Sie eine E-Mail gleichzeitig in mehrere Mailinglisten abgesendet haben, sollten Sie umgehend in den jeweiligen Listen (getrennt voneinander!) darauf hinweisen und sich für dieses "Cross-Posting" entschuldigen.

Inhalt

  • Fassen Sie sich kurz!
    Beiträge sollten kurz gehalten werden und direkt auf den Punkt treffen. Bleiben Sie beim Thema der Betreff-Zeile, faseln Sie nicht und verschicken Sie keine E-Mails oder Foren-Beiträge, in denen Sie auf Rechtschreib- und Ausdrucksfehler von anderen Beitragsteilnehmern eingehen. Dies würde Sie, eindeutiger als alle anderen Taten, zum Beginner der Materie abstempeln.
  • Bei Antworten Zitate einfügen!
    Wenn Sie auf einen veröffentlichten Beitrag antworten, sollten Sie am Anfang Ihres Beitrag die Frage(n) aus dem Original-Beitrag zusammenfassend einfügen oder alternativ genug Text aus dem Original-Beitrag einfügen, damit ein Kontext gegeben ist. Dies stellt sicher, dass der Leser auch versteht, auf was Sie antworten. Aber fügen Sie nicht einfach den kompletten Original-Beitrag an!
  • Keine kommerzielle Werbung!
    Während Werbung in manchen Mailinglisten willkommen ist, ist sie auf anderen verhasst. Dies ist ein anderes Beispiel dafür, wieso sie das Publikum kennen sollten, bevor Sie selbst Beiträge verfassen. Unerwünschte Werbung unter anders lautender Betreff-Zeile ist in den meisten Fällen die Garantie dafür, dass Sie Unmengen von Flames erhalten werden.

Äußere Form

  • Konventionen für Postings beachten!
    Falls in einer Mailingliste Konventionen über die Gestaltung der Betreff-Zeilen üblich sind, sollten Sie diese beachten. Viele Mailinglisten werden archiviert und da sind einschlägige Betreff-Zeilen von großem Nutzen.
  • Vermeiden Sie ASCII-Grafiken!
    Beachten Sie, dass viele Nutzer Ihren Beitrag mit proportionaler Schrift lesen; Diagramme oder Grafiken, die in nicht-proportionaler Schrift (Schreibmaschinenschrift) erstellt wurden, sind so kaum erkennbar.
  • Maximal 72 Zeichen pro Zeile!
    Pro Zeile sollten Sie maximal nur 72 Zeichen schreiben und jede Zeile mit einem Zeilenumbruch beenden. Richten Sie gegebenenfalls E-Mail-Programme so ein, dass bei ausgehenden E-Mails spätestens in Spalte 65 ein Text automatisch umgebrochen wird.
  • Kein HTML in Postings!
    Schreiben Sie Beiträge möglichst nativ, also nicht HTML-formatiert. Viele ältere und alternative E-Mail-Programme können HTML-formatierte Beiträge nicht interpretieren. Achten Sie bitte auch darauf, Ihren News-Client so einzurichten, dass er Nachrichten nur im Textformat senden und nicht eventuell zusätzlich in HTML.
  • Signatur einfügen!
    Stellen Sie sicher, dass Ihre ausgehenden Beiträge Ihre Signatur enthalten. Dies garantiert, dass auch Nutzer mit Mailprogrammen, die den Mailkopf (und damit auch die Rücksendeadresse) standardmäßig nicht anzeigen, wissen, von wem ein Posting ist und Sie per E-Mail erreichen können.
  • Keine Dateien anhängen!
    Schicken Sie keine Dateien in Mailinglisten, wenn es für die entsprechenden Dateien öffentlich zugängliche Download-Adressen (z.B. Download auf einer Website) gibt. Beachten Sie auch, dass viele Leser ganz andere Betriebssysteme nutzen, als sie und deshalb mitgesendete Programme für sie völlig unnütz wären. Kündigen Sie eine Versendung von Dateien am besten einige Tage vorher an.

Weiterleitungen

  • Erkundigen Sie sich, ob die Mailingliste privat ist!
    Manche Mailinglisten sind privat. Schicken Sie in diese nur Beiträge, wenn Sie dazu eingeladen sind. Veröffentlichen Sie Beiträge in solchen Mailinglisten keinesfalls einem größerem Publikum außerhalb der Mailingliste.

Reaktion

  • Persönliche Unstimmigkeiten per E-Mail klären!
    Klären Sie persönliche Unstimmigkeiten mit einem anderen Teilnehmer einer Mailingliste per E-Mail und nicht über das Forum. Wenn Sie mit einer Person per E-Mail über Punkte debattieren, die auch im Interesse des Forums sein könnten, können Sie diese später immer noch gesammelt als Beitrag verfassen.
  • Keine Flames!
    Lassen Sie sich nicht auf Flame-Kriege ein. Antworten Sie weder per E-Mail noch per Forumsbeitrag auf "heiße" Beiträge. Schlafen Sie im Zweifelsfall eine Nacht über Ihre Antwort, am nächsten Morgen sieht Ihre Sicht über den Vorfall meist ganz anders aus.
  • Keine Fälschungen oder Manipulationen!
    Fälschungen und Manipulationen von Beiträgen finden selten die Zustimmung anderer, wenn sie erkannt werden und sind in der Regel ein sicheres Mittel, um sich schnell unbeliebt zu machen.

Netiquette für Administratoren von Mailinglisten

Administratoren von Mailinglisten sind das "Wartungspersonal" solcher Foren, nicht aber unbedingt gleichzusetzen mit Moderatoren. Moderatoren lesen alle eingehenden Beiträge vor einer Veröffentlichung und können entsprechenden Einfluss auf die Diskussion ausüben, in dem sie Beiträge letztendlich nicht in die Mailingliste distributieren, die ihnen nicht gefallen.

  • Abonnement-Politik veröffentlichen!
    Veröffentlichen Sie Informationen, wie Ihre Mailinglisten abonniert werden können, wenn es sich um eine öffentlich zugängliche Mailingliste handelt. Diese Informationen sollten Sie vor allem denjenigen bereitstellen, die Ihre Mailinglisten noch nicht abonniert haben, sich aber dafür interessieren. Am besten eignen sich dazu Informationen auf Websites.
  • Voraussetzungen der Mailingliste veröffentlichen!
    Veröffentlichen Sie Ihre Voraussetzungen für Beiträge in Mailinglisten, inklusive eventueller Vorschriften bezüglich des Aussehens von Mail-Signaturen, falls Sie welche auferlegt haben.
  • Archivierungspolitik veröffentlichen!
    Veröffentlichen Sie Ihre Archivierungspolitik von veröffentlichten Beiträgen. Wie lange werden gesendete Beiträge archiviert? Werden diese öffentlich zugänglich abgelegt? Wo genau ist das Archiv zu finden?
  • Beschwerden sofort bearbeiten!
    Bearbeiten Sie Beschwerden von Abonnenten (z.B. Kettenbriefmeldungen o.ä.) sofort und sorgen Sie dafür, dass Wiederholungen möglichst vermieden werden.
  • Auf Pingpong-Effekte achten und vermeiden!
    Halten Sie Mailinglisten immer aktuell, damit es nicht zu Pingpong-Effekten mit Auto-Antwort- bzw. Empfangsbestätigungs-Systemen kommt.
  • Eigenes System überwachen!
    Vergewissern Sie sich, dass Ihr System fehlerfrei funktioniert und überwachen Sie es entsprechend. Keiner Ihrer Abonnenten wird es für einen freudigen Augenblick halten, wenn morgens die Mailbox voller Fehlsendungen Ihrer Mailingliste ist.
  • Seien Sie hilfsbereit gegenüber Anfängern!
    Helfen Sie Abonnenten, wenn Fragen auftauchen oder offensichtliche Bedienungsfehler gemacht werden (z.B. An- und Abmeldungen direkt in die Mailingliste).
  • Vor Wartungsarbeiten die Abonnenten informieren!
    Informieren Sie die Abonnenten einer Mailingliste im voraus über Wartungs- und Pflegearbeiten und entsprechenden Abschaltungen des Systems.
  • Achten Sie auf Ihre Systemressourcen!
    Stellen Sie sicher, dass die Gateways zu und von der Mailingliste funktionsfähig sind und auch stärkerer Belastung standhalten.
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