Gegenwart und Zukunft

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An dieser Stelle lehne ich mich bewusst etwas aus dem Fenster und betreibe etwas Kaffeesatzleserei. Wenn man wie ich jeden Tag mit dem Internet umgeht und arbeitet und die eine und andere Vision liest, wie sich Marketingleute großer Telekommunikationskonzerne ihre Zukunft vorstellen. bekommt man ein eigenes Bild darüber, wie das Internet sich entwickelt. Das muss sich nicht unbedingt bewahrheiten, dennoch möchte ich den Blick in die Glaskugel nicht nur denjenigen überlassen, die mit ihrer Vision Geld verdienen wollen.

Schöne neue, vernetzte Welt

Die Vernetzung innerhalb und zwischen Unternehmen wird weiterhin dramatisch ansteigen. Waren früher für standortübergreifende Anbindungen direkte (und teure) Standleitungen fällig, so lassen sich heute über das Internet so genannte Virtuelle private Netzwerke (VPN) realisieren (siehe hierzu auch Virtual Private Networks). Die beiden Standorte müssen dann nicht mehr mit einer Standleitung verbunden werden, sondern es genügt an beiden Seiten ein Internet-Zugang. Über diesen Internet-Zugang wird dann ein virtueller Datentunnel zwischen den Standorten aufgebaut. Dieser Datentunnel wird bei einem VPN verschlüsselt und kann so nicht von Dritten eingesehen werden.

Ergebnis solcher VPN sind drastisch geringere Leitungskosten. In der Regel amortisieren sich die Anschaffungskosten für entsprechend zusätzliche Hard- und Software bei einer VPN-Planung innerhalb weniger Monate. Zudem erschließt sich, quasi nebenbei, noch eine sichere Zugangsmöglichkeit für Außendienstmitarbeiter, die beispielsweise mit ihrem Notebook nur einen Internet-Zugang benötigen, um direkt und sicher auf das Firmennetzwerk zugreifen zu können.

Flexible und leistungsfähige Netzwerke sind jedoch nicht mehr länger nur Domänen großer Unternehmen. Kostengünstige Netzwerk-Hardware und einfache Netzwerkprotokolle erschließen auch Kleinstunternehmen und immer mehr auch Privathaushalten leistungsfähige Netzwerke. Der Internet-Zugang von jedem Rechner bleibt immer seltener eine Utopie. Immer mehr Neubauten werden schon von Anfang an nicht nur mit Strom- und Telefonkabeln geplant; zusätzliche Datenkabel für die spätere Vernetzung werden immer öfter gleich mit in den Rohbau gesteckt.

Von Waschmaschinen, die interaktiv werden ...

Die einen werden über die Idee der Vernetzung von Haushaltsgeräten lachen, doch warum? Ein vernetzter Kühlschrank, der selbstständig überwachen kann, ob zum Beispiel noch Milch in ihm steckt und ob sie noch frisch ist, erleichtert die Haushaltsarbeit. Spätestens dann, wenn Sie beispielsweise nach Büroschluss noch schnell Einkaufen gehen wollen und online Ihren Kühlschrank abfragen können, was Sie noch brauchen.

Man muss jedoch gar nicht so weit gehen, denn auch schon kleine Schritte verkürzen Ausfall- und Reparaturzeiten. Beispielsweise wäre es nützlich, wenn Sie beim Anruf bei der Hotline Ihres Waschmaschinenherstellers dem Mitarbeiter temporär einen Online-Zugriff auf Ihre Waschmaschine gestatten könnten. So könnte der Techniker direkt technische Parameter auslesen, den Fehler lokalisieren, entsprechende Ersatzteile ordern und die Instandsetzungszeit genauer planen.

Es geht aber auch noch simpler: Bei unseren Lieblingsprogrammen am Computer sind wir es gewohnt, dass es Updates gibt, mit denen Fehlerkorrekturen und neue Features geliefert werden. Und es dürfte niemanden verwundern, dass es auch bei der Software für moderne Haushaltsgeräte regelmäßige Verbesserungen gibt. Also warum nicht eine Schnittstelle schaffen, über die Haushalts- und Unterhaltungsgeräte aus dem Internet Aktualisierungen herunterladen können?

Elektronische Kommunikation auf allen Wegen

Zukünftig wird wohl die E-Mail-Adresse so zum täglichen Leben dazugehören, wie die normale Hausanschrift. Permanente elektronische Kommunikation ist schon heute durch das Mobiltelefon gang und gäbe und wird durch die allmähliche Verschmelzung der verschiedenen Kommunikation noch einheitlicher. Das Zauberwort nennt sich Unified Messaging Services und steht für Verfahren, um alle elektronischen Kommunikationsmöglichkeiten übergreifend zu nutzen. Dazu gehören auch Netzwerke mit weit höheren Bandbreiten, wie wir sie heute nutzen. Ob zu Draht oder per Mobilfunk.

Getrennte Einheiten wie Anrufbeantworter, Faxgerät, Mailserver etc. werden nicht mehr als eigenständige Geräte existieren, sondern diese Dienste werden von Kommunikationsservern übernommen. Ihre Mails können Sie sich vorlesen lassen, Ihr Anrufbeantworter legt ankommende Anrufe als elektronische Audiodatei ab und Sie wickeln all diese Dinge nicht mehr mit verschiedenen Geräten und Clients ab, sondern nutzen diese einheitlich mit entsprechend ausgestatteten Geräten. Ob zu Hause mit dem multimedialen Homecomputer oder unterwegs mit dem handlichen Tablet PC oder gar mit einem Palm.

Elektronische Kommunikation wird auch salonfähig. Schon heute ist es nicht mehr unüblich, Bewerbungen auf elektronischem Wege per E-Mail zu senden, da viele Arbeitgeber die enorme Zeitersparnis bei der hausinternen Auswertung und Weitergabe der Bewerbung nicht mehr missen wollen und auch können. Die Digitale Signatur wird zukünftig dafür sorgen, dass auch immer häufiger verbindliche Kommunikation, wie zum Beispiel Angebote und Rechnungen, per E-Mail abgewickelt wird. Eine stärkere Verbindlichkeit von Einkäufen wird auch das Online Shopping weiter fördern, denn Hauptargumente gegen Online Shopping ist häufig immer noch der noch zu unsichere Zahlungsverkehr.

Jeder ist ein Herausgeber

Während Sie Menschen aus fremden Ländern vornehmlich vielleicht im Ausland oder in Form von Arbeitskollegen kennen gelernt haben, ist es im Zeitalter der modernen Telekommunikation eigentlich kein Thema mehr, ein gemeinsames Hobby über Städte- und Landesgrenzen, gar über Kontinente hinweg, zu teilen. Was schon vor Jahrzehnten Amateurfunker vorgemacht haben, können nun auch problemlos zum Beispiel Modellbahner und Kleingärtner mit Hilfe des Internet machen. Jeder kann (muss aber nicht) zum Herausgeber von Informationen werden.

Das Zauberwort dieser Idee nennt sich "User-generated content" - vom Benutzer erzeugte Inhalte. Diese Idee setzen Weblogs, Wikis und soziale Netzwerke um, in dem sie den Rahmen für Inhalte bilden, die von Benutzern geliefert werden, ohne dass sie dazu umfangreich programmieren müssen (siehe hierzu auch Web 2.0 - Die nächste Web-Generation). Ambitioniertestes Beispiel hierfür ist die Online-Enzyklopädie Wikipedia, die ein von tausenden von Autoren geschriebenes und ständig aktualisiertes Lexikon darstellt, das kostenlos im Internet verfügbar ist. Weblogs wiederum stellen am ehesten elektronische Pendanten von Tagebüchern dar, die von einzelnen Autoren oder Autorengruppen dazu genutzt werden, ein elektronisches "Logbuch" zu führen, beispielsweise um einem Hobby öffentlich zu frönen oder aus der täglichen Arbeit eines Unternehmens zu berichten.

Dieser "Graswurzeljournalismus" wird von vielen Medienwissenschaftlern als die eigentliche Medienrevolution angesehen, die erst durch das Internet und speziell durch das World Wide Web entstehen konnte. Dieser persönliche Informationsaustausch über Landesgrenzen hinweg sorgt nicht nur indirekt dafür, dass Respekt gegenüber anderen Kulturen nicht nur notwendig ist, sondern richtiggehend gelebt werden kann. Das "globale Dorf" wird immer mehr nicht nur für multinationale Unternehmen ein tagtäglich genutzter Begriff, sondern auch für immer mehr Menschen, die sich diesen Kommunikationsmöglichkeiten öffnen.

Weiterführende Literatur

Buchempfehlungen zum Thema Geschichte des Internet

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Weiterführende Links

http://de.wikipedia.org/
Deutsche Startseite der Wikipedia

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